Newsletter    Presse    Partner    Karriere    Suchen    Sitemap    Kontakt    Impressum  
   Krisennavigator 
®
12. Jahrgang (2009) - Ausgabe 1 (Januar) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

und der Partnerunternehmen:

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |
 
 
Druckversion

Zwischenbilanz: Zwei Jahre neue Insolvenzordnung

von Dipl.-Volkswirt Christian Lützenrath LL.M.

These 1: Die Einführung des Tatbestands der
drohenden Zahlungsunfähigkeit führte nicht zu einer
erhöhten Anzahl von frühen Antragstellungen.

Die deutlich erhöhte Anzahl von eröffneten Insolvenzverfahren begründet sich durch die niedrigeren quantitativen "Eingangshürden" für eine Eröffnung. Es scheint weiterhin Tatsache zu sein, daß auf Seiten der betroffenen Unternehmen über einen Insolvenzantrag zuerst nachgedacht wird, wenn auch die letzten Vermögensgegenstände des Unternehmens (und der Gesellschafter) an Gläubiger sicherungsübereignet, verpfändet oder abgetreten sind und - aufgrund der Verlustsituation - kein neues Geld mehr zu erhalten ist. Eine Veränderung der "Insolvenzkultur" in der Bundesrepublik läßt weiter auf sich warten.

These 2: Das Insolvenzplanverfahren ist
nahezu bedeutungslos und wird es ohne Reform
des Gesetzes auch bleiben.

Wichtigstes Instrument der Fortführung von Unternehmen bleibt die "Übertragende Sanierung". Das komplizierte und extrem zeitraubende Verfahren zur Bestätigung eines Insolvenzplans macht eine Durchführung von Insolvenzplanverfahren in der Praxis nahezu unmöglich. Nur im Falle eines sogenannten "Pre-Packed"- und "Pre-Negotiated"-Plans - also eines lange vor Antragstellung erstellten und zumindest mit den wichtigsten Gläubigern vorverhandelten Plans - erscheint die Durchführung des Planverfahrens sinnvoll. Darüber hinaus erfordert die Erarbeitung eines Insolvenzplans eine intensive Zusammenarbeit von betriebswirtschaftlichen und insolvenzrechtlichen Spezialisten. Dieser Herausforderung stellen sich Insolvenzverwalter zunehmend durch Zusammenarbeit mit Unternehmensberatungen. Eine Reform der notwendigen Inhalte eines Insolvenzplans ("light version") und des Procedere bis zur Zustimmung zum Insolvenzplan ist dringend notwendig.

These 3: Von der Möglichkeit einer Abwahl des
Insolvenzverwalters durch die Gläubigerversammlung
wird zunehmend Gebrauch gemacht.

Eine Umfrage des "INDat-Report" (herausgegeben vom RWS Verlag) an allen 183 bundesdeutschen Insolvenzgerichten im Jahr 2000 ergab bei 102 Antworten, daß es an 15 Insolvenzgerichten bereits zumindest eine Abwahl gab. An vier Gerichten - Berlin, Dresden, Chemnitz und Dortmund - gab es sogar schon mehrere Abwahlen. Rund 19 Prozent der Gerichte, die auf die Fragen des "INDat-Report" antworteten, haben somit bereits Erfahrungen mit Abwahlen gemacht. Gründe für die Abwahlen von Verwaltern sind zur Zeit statistisch nicht erfaßt. In wie weit Großgläubiger hier Insolvenzverwaltern "die Rote Karte" zeigen, die versuchen, Forderungen zu bestreiten oder Anfechtungstatbestände aufzugreifen, kann zwar spekuliert werden. Stichhaltige Indizien für eine solche Entwicklung jedoch fehlen. Die Befürchtung einer Reduzierung von Insolvenzverwaltern auf die Funktion von gefügigen Dienstleistern der Großgläubigerseite erscheint unseres Erachtens übertrieben.

Autor

Dipl.-Volkswirt Christian Lützenrath LL.M.
- Geschäftsführer und Partner -
TMC Turnaround Management Consult GmbH
Heinrich-Hertz-Straße 2
D-44227 Dortmund
Telefon: +49 (0)231 97 51 82 - 0
Telefax: +49 (0)231 97 51 82 - 20
Internet: www.turnaround.de
E-Mail: info(at)turnaround.de

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
4. Jahrgang (2001), Ausgabe 1 (Januar)


Seitenanfang | Zurück | Drucken Drucken | Kontakt | Sitemap | Impressum

Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Frank Roselieb 1998-2009. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

 
   

Aktuelle Seminare

Krisenkommunikation
für Führungskräfte
25. März 2009 in Hamburg
28. April 2009 in München

Happy Birthday
10 Jahre Krisennavigator

Erfolgreiches Spin-Off
der Universität Kiel blickt
zurück auf ein Jahrzehnt
Krisenmanagement
und Krisenkommunikation

Aktuelle
Stellenangebote

Projektleiter (m/w)
Restrukturierungs- und
Insolvenzmanagement
in Berlin

Berater (m/w)
Restrukturierung
in Berlin, Dortmund
und Stuttgart

Direkt zu den
Fallstudien, Fachbeiträgen,
Buchtipps, Links etc.

Krisenmanagement
Krisendiagnose
Krisenkommunikation
Issues Management
Risikomanagement
Sicherheitsmanagement
Katastrophenmanagement

Ihren Beitrag
ergänzen? Kontakt

Aktuelle Interviews

Frank Roselieb zur
Restrukturierungs-
kommunikation
,
in: Handelsblatt
(12. Dezember 2008)

Frank Roselieb zur
Markenkrise bei Opel,
in: Welt am Sonntag
(23. November 2008)

Frank Roselieb zur
Krisenkommunikation
der Bahn
,
in: Tagesthemen
(27. Oktober 2008)

Aktuelle Veröffentlichungen 

Frank Roselieb,
Restrukturierungen
erfolgreich managen,
in: Unternehmer Edition,
Ausgabe Oktober 2008

Frank Roselieb,
Grundlagen erfolgreicher
Krisenkommunikation,
in: Unternehmens-
kommunikation,
Management Circle Verlag,
Eschborn, 3. Auflage, 2008

Frank Roselieb,
Entschuldigungsanzeigen:
Gedrucktes Mea Culpa,
in: Die Zeitungen,
Ausgabe Juni 2008

Pressespiegel (Auswahl)

Krisenmanagement:
Ein Fall für den Krisenstab
[
Financial Times]
Stell dir vor, es ist Krise
[
Manager Magazin]
Die virtuellen Sanitäter
[
Die Welt]

Krisenkommunikation:
Litigation-PR
[
Financial Times]
SAP vs. Orcale
[
Computerwoche]
Krisen-PR im Internet
[
PR Guide]

Issues Management:
Gefangen im Netz
[
Süddeutsche]
Bundeskanzler
[
Tagesthemen, Spiegel]
Deutsche Bank
[
Süddeutsche, Spiegel]

Risikomanagement:
Bedarf an Beratern wächst
[
Financial Times]
Bevor Snuttig platzt
[
Financial Times]
Warnende Stimme
[Fluter]

Katastrophenmanagement:
RWE Weser Ems
[
WDR, Handelsblatt]
Hier gibt es nichts zu sehen
[
Financial Times]

Sicherheitsmanagement:
Wie Rückrufaktionen gelingen
[
Financial Times]
Irak-Krieg
[
Die Welt, Spiegel]

   Deutsch   /  English  Letzte Aktualisierung: Dienstag, 6. Januar 2009